Drei Päpste, ein Konzil
Im November 1414 öffnen sich die Tore von Konstanz für ein Konzil, das das Abendländische Schisma beenden soll. Drei Päpste streiten gleichzeitig um den Stuhl Petri: Gregor XII. in Rom, Benedikt XIII. in Avignon, und der Pisaner Johannes XXIII. — bürgerlich Baldassarre Cossa, ehemaliger Söldner, Kardinal, Politiker. Sigismund von Luxemburg, römisch-deutscher König, will Ordnung in der Christenheit. Was er nicht weiß: das Konzil wird vier Jahre dauern und am Ende drei Päpste loswerden — und einen unbequemen böhmischen Theologen.
Der Mann, der zu früh recht hatte
Jan Hus ist 45 Jahre alt, Prediger an der Bethlehemkapelle in Prag, vom selben Cossa exkommuniziert, der jetzt amtierender Papst ist. Er kritisiert den Ablasshandel, die geistliche Macht über das Wort, die Trennung von Kirche und Schrift. Hundert Jahre vor Luther sagt er, was Luther sagen wird. Sigismund verspricht ihm freies Geleit für die Reise nach Konstanz. Hus glaubt ihm. Die Konzils-Kardinäle haben ein anderes Argument bereit: dass einem Ketzer kein Wort gehalten werden müsse.
Wasserschloss Gottlieben
Wenige Wochen nach Ankunft wird Hus verhaftet. Er sitzt in einem Dominikanerkloster auf der Insel im Bodensee, später im Wasserschloss Gottlieben. Im Mai 1415 setzt das Konzil Cossa ab — und sperrt ihn in dasselbe Schloss. Reformator und Antireformator, in benachbarten Zellen. Eine historische Konstellation, an der sich kein Schulbuch traut.
Was du dort tust
Du bist Lukas, Gardist im Dienst Sigismunds. Dein Amt verlangt, dass das Geleit gehalten wird. Dein Glaube ist eine andere Sache. Du wirst auf dem Marktplatz, in den Gassen, im Tägermoos und schließlich im Wasserschloss selbst entscheiden müssen, was höher steht: die Treue zur Krone oder die Treue zum Wort eines Mannes, dem niemand mehr Wort hält.
Die Quest spielt in Stealth-Mechanik (Akt 1) und Dialog (Akt 2 + 3). Drei Hauptpfade, mehrere Enden — alle innerhalb dessen, was historisch hätte passieren können.
Quellen
Die Quest stützt sich auf die zeitgenössischen Berichte (vor allem Petr Mladoňovic — Relatio de Magistri Ioannis Hus causa, 1416), auf Smahels „Hussitische Revolution" (2002) und auf die Akten des Konzils. Die Personen, Orte und das politische Räderwerk sind dokumentiert. Die Wahlen, die Lukas trifft, sind erfunden — innerhalb dessen, was historisch denkbar war.